Schweizerische Kynologische Gesellschaft. Erfolg durch positive Erziehung. In der Schweiz leben rund 490'000 Hunde. Bei der Hundeausbildung gilt: Drill ist Vergangenheit, positive Bestärkung bringt den langfristigen Erfolg. Seinen Vierbeiner gut zu erziehen ist also unerlässlich, um ein friedliches Nebeneinander mit Nicht-Hundehaltern zuWer seinen Hund liebt, erzieht ihn zu einem angenehmen Zeitgenossen. Hunde, die gehorchen können mehr Freiheiten geniessen, als ihre unerzogenen Artgenossen, die häufig an der Leine bleiben müssen. Erziehung bedeutet heutzutage aber nicht mehr, den Hund an der Leine zu zerren, ihn anzubrüllen oder gar, ihn zu schlagen. Ein Hund lernt am schnellsten, wenn er ohne Zwang und ohne direkten Körperkontakt mit dem Ausbildner trainieren kann. Eine der ersten Übungen ist in der Regel das "Sitz".Damit der Hund sich auf Kommando setzt gibt es zwei Varianten. Man führt die Hand mit einem Leckerchen über den Hundekopf nach hinten. Der Hund blickt dem "Gudeli" nach und setzt sich automatisch hin. Genau in diesem Moment spricht der Ausbilder das Kommando "Sitz"in einem freundlichen Tonfall aus. Nach einigen Wiederholungen hat der Hund das "sich hinsetzen" und das Kommando "Sitz"verknüpft. Eine weitere Möglichkeit ist, das Kommandoimmer dann zu geben, wenn der Hund sich von selber hinsetzt. Beide Varianten sinderfolgreich ohne dass am Hund herumgedrückt wird. Üben mit Gleichgesinnten Das tägliche Training soll mit einer gut sitzenden Übung begonnen und beendet werden. Dadurch wird der Hund mit Erfolgserlebnissen belohnt. Die Kommandos müssen kurz und einfach sein. Auch sollen sie mit leiser Stimme gesprochen werden. Schreien stumpft nur den Hund ab. Geübt wird vor dem Füttern, so kann der Futtertrieb genutzt werden. Nicht zu vergessen: Die "Gudeli" von der täglichen Futterration abziehen, sonst gerät die Figur aus den Fugen. Hundeerziehung macht in Gruppen mit Gleichgesinnten noch mehr Spass. Über 200 Lokal-sektionen der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) bieten entsprechende Kurse an. Nähere Auskünfte erteilt die SKG-Geschäftsstelle, Länggass-Strasse 8, 3012 Bern
August 2005erf9Iqrei~h, ohne dass am Hund herumgedrückt oder gerissen wird. --Corinne Boborodea, Pressedienst SKGc.boborodea@bluewin.ch
Schweizerische Kynologische Gesellschaft
Sozialisierung beginnt bei der Geburt
Von unseren Hunden wird erwartet,dass sie sich mit einem sicheren Wesen durch'sLeben bewegen. Dazu müssen bereits die Welpen beim Züchter reichlich Lebenserfahrungen sammeln können und die künftigen Besitzersollten diese im Welpenspielgruppen und Erziehungskursen ausbauen.Strassenlärm, Menschengruppen, Verkehr, Freizeitsportlerund spielende Kinder verlangt dem Nervenkostüm unserer Hunde einiges ab. Damit diese im Alltag sicher und ohne Aggressivität bestehen können, ist menschliche Hilfenötig. Hundepsychologen sind sich einig: Oftmals geht die Angst gegenüber Menschen, Hunden, Gegenständen oder Geräuschen auf mangelhafte Sozialisierung oder Gewöhnung in früher Jugendzeit zurück. Bereits der Züchter des Mischlings- oder Rassewelpen hat eine grosse Verantwortung. Erlegt in den ersten acht bis zehn Lebenswochen des Welpen den Grundstein für seine spätere Umweltverträglichkeit.
Wichtig sind unter anderem das Kennenlernen von verschiedensten Bodenbelägen, Menschen mit Hüten oder Stöcken, Kindern jeden Alters, Haushaltlärm, Bewegungen von fahrenden Mitmenschen auf Rollerblades, Velos, Kinderwagen, andere Hunde und vielem mehr. Im Mittelpunkt steht nicht das Abhaken einer Liste. Die Rede ist von der subtilen Entwicklung kleiner Lebewesen, die Schritt für Schritt gefördert und begleitet werden müssen.
Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft unterstützt deshalb Rassezüchter mitr- Die Umwelt- jnformqtionen und Wiss.E3ri und kontrolliertdie Zucblstätten regelmässig.Spielend lernenSind die Welpen beim neuen Besitzer, geht die Prägung weiter. Denn die wichtigste Lernzeit ist bis Ende der 16. Lebenswoche abgeschlossen. In der Schweiz gibt es 132 von der SKG anerkannte Welpenspielgruppen. Welpen im Alter von 8 bis 16 Wochen lernen dort den richtigen Umgang mit anderen Hunden und auch mit Menschen. Das Einüben der Beisshemmung nimmt eine zentrale Rolle ein. Auch wird die Bindung zwischen Hund und Besitzer gestärkt und die Teilnehmer lernen, wo es zu Problemen mit dem (Jung-)Hund kommen kann und wie diese vermieden werden. Welpenspielgruppenleiter/innen mit SKG-Ausweis haben eine umfassende Ausbildung hinter sich und der Welpen platz erfüllt strenge Vorlagen. Der Name "Welpenspielstunde" ist nicht geschützt. Es lohnt sich deshalb, sich vorher über die Ausbildung der Leiter/innen zu informieren. Nach der 16. Lebenswoche haben die Besitzer die Möglichkeit, mit ihren Junghunden in einen Erziehungskurs zu wechseln. Dort lernt das Mensch/Hund-Team wichtige Gehorsamsübungen wie das Herankommen, an der lockeren Leine gehen und weiterhin den richtigen Umgang mit Artgenossen. Doch auch nach absolviertem Erziehungskurs soll der Hund immer wieder geistig gefordert und beschäftigt werden. So kommt er deutlich weniger auf "dumme" Gedanken. Eine Liste der SKG-Welpenspielgruppen und Erziehungskursen - nach Kanton geordnet finden.
sich unter www.hL.JJl_d~web.org.
März 2006Corinne Boborodea, Pressedienst SKGc.boborodea@bluewin.chTexte franc;ais voir au verso